Was mich beschäftigt…

Spiritualität – Weiterentwicklung – Sinn des Lebens

Ist nicht einfach immer mutig zu sein, überhaupt so zu sein wie man wirklich ist. Ich fühle mich nur gut, wenn ich so bin wie ich bin. Aber selten bin ich so wie ich bin. Denn ich bin in jedem Umfeld jemand anderes. Ist das gut? Bestimmt nicht! Aus Gewohnheit und weil es einfach ist, oder zumindest einfach scheint, was es aber in Wirklichkeit nicht ist….nicht authentisch sein. Wer ist authentisch in jedem Moment? An der Arbeit? Eher nicht. Da setze ich meine Arbeitsmaske auf. In  der Familie? Viel zu anstrengend. Ich will doch nicht alle emotionalen „Unausgesprochenheiten“ durch meine Authentizität zur Schau stellen. Zu viel Angriffsfläche. Traurig. Auch hier kann ich nicht ich selbst sein, weil ich niemanden verletzen aber auch selbst nicht angreifbar sein will.

Ich denke, dass ich ziemlich authentisch auf die Welt gekommen bin. Ich war eine Steißgeburt. aber ich kam trotzdem schnell raus, weil ich so klein war…so klein war. Und heute nehme ich mir das alles nicht mehr raus – einfach andersrum herauskommen meine ich… versuche immer schön gradlinig zu erscheinen, dass mich auch alle mögen. Was habe ich denn davon, dass mich alle mögen?  Und um ehrlich zu sein habe ich damit angefangen, nicht mehr die sein zu wollen, die alle mögen. Und ich will es noch viel mehr. Ich will endlich zu der werden, die ich wirklich bin, zu der die ich immer schon war. Als ich Kind war, war ich einfach die, die ich bin.

Die einzige Maske, die ich in Zukunft tragen werde, ist meine Schutzmaske, um mich vor dem Müll zu schützen, der von überall auf mich einströmt. Ich muss mich schützen vor Dingen, die mir nicht gut tun. Viele Menschen scheinen es wirklich nicht gut zu meinen. Ich konnte das früher kaum glauben. Alle Menschen wollen doch nur Gutes oder nicht? Oder nicht. Ob sie ursprünglich mal Gutes bewirken wollten? Vielleicht, gewiss. aber in der Zwischenzeit ist aus den guten Absichten etwas Böses gewachsen. Was dieses Böse ist will ich im Augenblick nicht analysieren. Verletzungen, die nicht reflektiert worden sind in der Fülle der Informationen, die unser Leben durchfluten, vielleicht…und das ist der Punkt, wo auch ich anfange böse zu werden. Nicht mehr klein und naiv sein, sondern Dinge als gut und als böse einstufen. Aber einstufen muss ich, sonst lasse ich alles ungefiltert an mich heran. Das tun wohl auch die anderen so. Die Guten und die Bösen sind gut und böse. So wie ich.

Loslassen

Den ganzen Tag schon versuche ich Sinn in eine meiner angefangenen Geschichten zu bringen, kürze hier etwas weg, drehe da etwas um, streiche diese Passage komplett weg. „Oh, oder hätte ich sie vielleicht doch so stehen lassen  und das andere lieber streichen sollen? Viel zu lange habe ich mich an dieser einen Geschichte festgehalten und mich dabei komplett verrannt. Fühlt sich gar nicht so schlecht an einfach alles zu löschen um nochmal ganz von vorne anfangen zu können.

Seelenstadt

IMG-20160814-WA0002Seele ist eingeklemmt. Angst drückt ihr die Kehle zu. Sie kann kaum noch atmen. Wein, der sie sonst beflügelt hat, drückt sie nun platt auf den harten Asphalt. Der Boden ist zu fest, als dass ihr Wurzeln in die Tiefe wachsen könnten. Sie kriecht mit verschlossener Brust an diesem schwülen Augustsonntag über den Grund der Unentschlossenheit. Seele kann ihre Hände vor Augen nicht sehen, weil dicker Gedankennebel sich vor ihr breit macht.

Krankheit ist etwas seltsames. Mitgefühl erhält nur, der sich eingesteht, dass er krank ist, und der selbst fähig ist, sich selbst auf den Weg der Heilung zu schubsen. Seele? wie krank bist du wirklich? Was brauchst du, damit ich dich heilen kann?

Ihre Augen rufen mir zu: „Hilf mir!“ , doch jeden Versuch, der ihr Erleichterung verschaffen könnte, schmettert sie ab. Hier hat der Vorsteher das Sagen. Das Kind hat er in Ketten gelegt, in Ketten so schwer wie Beton. Wache ich oder ist das ein Traum? Das Karussell hört nicht auf zu drehen. Immer schneller, immer schneller.

Ich weiß ich bin mächtig, denn ich bin Seele. Und gleichzeitig bin ich hilflos, denn der Vorsteher bin ich ebenso. Der Vorsteher lässt jeden Versuch der Hilfe von außen wie eine Vase aus Glas im Foyer des Palastes auf dem Boden zerschellen, noch ehe Seele davon etwas mitbekommt. Jede Nacht tritt sie eine Reise an, und bringt vergessene Schätze wieder ans Tageslicht. Aber der Aufseher tut alles, damit ich nichts davon mitbekomme. Er hat Angst, dass ich ihn von seinem Dienst entlassen könnte. Er hat Angst überflüssig zu sein. Was können wir da nur tun?

Wir müssen ihn mit einbeziehen in unser Spiel. So wie das Gute ein Teil von uns ist, gehört auch das Böse zu uns. Was ist GUT? Was ist BÖSE? Kannst du mir sagen was gut und was böse ist? Es kommt darauf an wen man fragt: Seele sagt Vorsteher, Vorsteher sagt Seele. Gut. Böse.

Und was ist wenn beide über ihre Schatten springen, sich aufeinander zu bewegen. Was wenn beide anfangen sich gegenseitig unter die Arme zu greifen?

 

 

 

 

 

 

 

 

„Museljule“

„Museljule“

Es war einmal ein kleines Mädchen mit dem Namen Museljule. Museljule konnte sehr träge sein. Immer hatte Museljule eine andere Ausrede, um nicht aus dem Bett zu krabbeln oder von ihrer gemütlichen Couch aufstehen zu müssen. Museljule war meistens auf alle anderen Menschen sauer, nie aber auf sich selbst. Wenn sie mal Langeweile hatte, dann war es ihre beste Freundin Lotte, die die Laune der Museljule in all ihrer Museligkeit ertragen musste. „Ich hab kein Bock…wir machen doch eh wieder nichts Tolles. Ich will einfach mal was total Geiles machen, was wir noch nie nie nieee gemacht haben…!“ Au ja!“, prustete Lotte los, „und was machen wir?“ „Weiß ich doch nich…außerdem sitz ich hier und guck Fernsehen. Hau doch einfach ab!“ Und das tat Lotte.

Museljule hatte aber auch Tage, an denen sie aus ihrem Bett hüpfte, in ihre Gummistiefel schlüpfte, um  Lotte zum Spielen abzuholen. Einmal da fanden die beiden, in einer mit Gras verwachsenen Treppenniesche der dorfansässigen Firma Hufnagel & Schmitt, zwei zu Stein erstarrte Kröten, die sie sich trauten anzufassen und mit in den Garten zu nehmen. Aber es war doch ganz schön ekelig mit den vertrockneten Viehchern zu spielen. Ein anderes Mal nahmen sie ihre Puppen mit auf den Dachboden, bauten Babystühlchen und  ein altes Holzlaufgitter auf, um den ganzen Tag Mutter und Kind zu spielen. Lotta durfte manchmal bei Museljule und Museljule manchmal bei Lotta übernachten, wo sie sich in ihre Kuscheldecken eingemummelt, Chips und Schokolade mampfend, vor dem Weißen Hai im Fernsehen gruselten.

Was Museljule aber auch gut konnte, und fast am liebsten machte, das war sich in ihre eigene Welt zurückzuziehen…

Fetter Nebelarsch

Alles geht viel zu langsam, viiiieeel zu langsaaam. Der Winter geht nicht vorbei. Immer wieder schneit es. Immer wieder hängt dieser schwere wollweiß-graue Wolkenmantel über der Stadt. Immer wieder muss ich gähnen. Ich glaub gestern hab ich meinen Mund mehr auf als zu gehabt wegen dem Gähnen. Dieser dicke fette Miese-Laune-Bär hat einfach keinen Bock seinen trägen, viel zu fetten Hintern, aus meiner Gemütsstimmung zu erheben:

„Mich wirste nicht los. Haste dir mal so gedacht. Der Frühling ist da, die Tage sind jetzt länger als die Nächte – pah!!, wäre doch gelacht, wenn ich mich davon vertreiben ließe. Nö, nö. Ich hänge hier ab so lang wie ick will. Verstehste?! Und meinen vernebelten Hintern werde ich auch noch ein paar Tage bei dir breit drücken“

Du fetter Nebelarsch! Hab doch Erbarmen. Wir können dich schon alle nicht mehr sehen. Wir wissen schon gar nicht mehr wie es sich anfühlt fit und vital am Morgen aus den Federn zu springen und voller Tatendrang und himmlischem Optimismus in den Tag zu tänzeln. Hätte ich heute ein fröhliches Gesicht machen müssen, so hätte man mir die Mundwinkel auf Ohrläppchenhöhe fest tackern müssen. Naja – dann könnte ich wenigstens nicht mehr gähnen:)

Man, ich meditiere!

Dieses digitale leere Blatt starrt mich nur an. Gibt mir keine Antwort. Meine Gedanken wollen in alle Richtungen gehen, wollen mich auseinanderreißen. Wenn ich jetzt stehen bleibe, wenn ich mich jetzt hinsetze, dann habe ich verloren für heute.

Ich will nicht einfach so den Tag verschenken

aber irgendwie muss ich mich in eine Richtung lenken!

Meine Oma hat mich vorhin beim Meditieren gestört. Ich saß auf dem Boden in meinem Jugendzimmer auf einem Kissen im Schneidersitz. Ein rotes Teelicht vor mir. Sie öffnete die Tür, ich hatte sie nicht abgeschlossen, und steckte ihren Kopf durch den Türspalt, denn weiter hatte sie sie nicht aufgemacht:

Oma, ich meditiere!“, sagte ich erschrocken, nachdem ich meinen Kopf zu ihr hin drehte.

Was machst du?“, entgegnete sie, weil sie kein Wort verstanden hatte.

Ich meditiere, lass mich in Ruhe!“

Wo ist die Mutti hingefahren?“

Oma, ich meditiere verdammt! Jetzt geh raus!“

Oma zieht die Mundwinkel zu einem verstörtem Lächeln nach unten und macht die Tür schnell zu. Mich überkommt ein Gefühl der Wut über mich selber. Wie kann ich meine arme Oma nur so vor den Kopf stoßen? Außerdem sollte ich gelernt haben positiver mit so einer Situation umzugehen. Immerhin meditiere ich schon seit vier Jahren. Aber nur weil man meditiert wird man nicht zum fehlerlosen, sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassenden, Menschen. Das hab ich auch so gelesen, dass man sich nicht nur weil man meditiert für was besseres halten soll. Naja, ich bin schnell zu dem Entschluss gekommen uns beiden, mir und der Omma, zu verzeihen und fertig zu meditieren. Fertig meditieren. Meine Fresse, ich konnte ihr danach aber auch echt nicht erklären was Meditieren eigentlich bedeutet, was ich da auf dem Fußboden gemacht habe. „Ist so eine Entspannungstechnik“, sagte ich. Sie hat wieder nur die Mundwinkel in die eine und Augenfalten in die andere Richtung verzogen und fragte: „Und, was gibt’s heute zum Mittaaach?“ Darauf ich: „Die Mutti ist zum Friseur gefahren.“

Sonnenlicht

„Nein! Bitte geh nicht schon wieder!“ Ein Tropfen Sonnenlicht auf den heißen Stein Winterwolken. Da ist noch eine Lücke, der runde Feuerball ist noch zu sehen. Aber die Wärme kann nicht mehr ankommen. Immer noch sind die Umrisse zu sehen. Aber keine Wärme dringt durch. Meine Augen brennen. Mein Unternehmungsgeist sinkt. Im Sommer letztes Jahr habe ich einen Lebensbaum gemalt. Der Lebenssaft ist da, aber er liegt noch im Winterschlaf. Dann mach ich mir jetzt einen heißen Holundersaft. Juhu.

Sonnenlicht

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